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Andreas Brandner: Die Wissenspartnerschaft – eine neue Plattform für den wissenspolitischen Dialog 
 

 

Die Wissenspartnerschaft – eine neue Plattform für den wissenspolitischen Dialog

Österreich hat auf dem Weg in die Wissensgesellschaft eine facettenreiche Kultur des Wissens entwickelt. Große Köpfe, mutige Pionierleistungen und die Kultivierung des Dialogs sind begleitet von Zeiten der Vertreibung und Ignoranz. Welche Kultur des Wissens Österreich in Zukunft kennzeichnet, liegt in unseren Händen und Köpfen. Ideen und Initiativen zu entwickeln und zu bündeln, um eine verantwortungsbewusste, leistungsfähige und lebenswerte Kultur des Wissens zu entwickeln ist Ziel der Wissenspartnerschaft, die im Juni 2009 gegründet wurde.

Die Wertschätzung der individuellen Potenziale der Menschen, der offene Zukunftsdialog aller gesellschaftlichen Gruppen, die differenzierte Auseinandersetzung mit dem intellektuellen Erbe des Landes und die Zusammenarbeit mit Partnern in Europa und der Welt sind zentrale Grundsätze der Wissenspartnerschaft.

Was ist die Wissenspartnerschaft?

  • Die Wissenspartnerschaft ist eine Plattform zur Entwicklung einer lebenswerten, leistungsfähigen und nachhaltigen Wissensgesellschaft,
  • Die Wissenspartnerschaft unterstützt die wirksame Zusammenarbeit von Personen, Organisationen und Körperschaften, die sich für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Wissen in der Gesellschaft engagieren. Durch das Teilen von Wissen und Ideen sowie durch die gemeinsame Arbeit an aktuellen Aufgabenstellungen werden attraktive, praktikable und nachhaltige wissenspolitische Konzepte entwickelt und umgesetzt.
  • Die Wissenspartnerschaft ist zukunftsorientiert und geschichtsbewusst, transdisziplinär und international vernetzt, nicht-kommerziell und unabhängig.

Wissen ist eine Querschnittsmaterie und bedarf der Kooperation

Wissen ist eine Ressource, die in alle Gesellschafts- und Lebensbereichen wirkt. Wissenspolitik, Wissensmanagement und individuelle Wissensarbeit sind daher gesellschaftliche Querschnittsthemen, die gemeinsam besser erschlossen werden können als durch Einzelinitiativen. Eine starke Gemeinschaft in der Bearbeitung des Themas und dann auch eine nationale Wissensstrategie haben große Vorteile für die Einzelnen sowie für die Gesellschaft:

  • Durch den Austausch von nationalen und internationalen Best Practices kann die eigene Qualität im Umgang mit Wissen verbessert werden. Wer möchte schon Fehler begehen, den andere bereits gemacht haben?
  • In der Gemeinschaft werden Abhängigkeiten leichter sichtbar, Synergien können besser genutzt werden. Wirtschaft, Politik, Kultur und Wissenschaft können viel voneinander profitieren, wenn sie sich füreinander interessieren und zusammenarbeiten.
  • Österreichs kann sich als Land des Wissens international profilieren, wenn es ein klares Wissensprofil entwickelt und konsequent am Ausbau der Stärken arbeitet. Schon alleine die effektivere Nutzung des Wissens von Frauen und MigrantInnen würde uns nach vorne katapultieren. Dazu bedarf es wohl auch des unbedingten Aufarbeitens unseres vergangenen und aktuellen Umgangs mit Wissen im Positiven wie im Negativen. Ignoranz und Vertreibung – besonders, aber nicht nur im Nationalsozialismus – haben uns bereits unermesslichen Schaden zugefügt. Gleichzeitig sollten wir uns unserer unvergleichlichen Wissensgeschichte und Wissenskultur selbst bewusst sein, die vom Mittelalter bis zu den Anfängen des Nationalsozialismus jedem Vergleich standhält. Mit einer starken Wissensidentität ausgestattet, kann nicht nur auf den Vorbildern z.B. der großen wissenschaftlichen Schulen aufgebaut werden, sondern Österreich kann auch international als Wissens- und Bildungsmetropole positioniert werden. Bereits heute ist Wien eine der führenden Konferenzstädte der Welt, warum nicht auch in anderen Bereichen der Wissenswirtschaft. Österreich kann als Wissensstandort in Zentraleuropa wirken sowie als Drehscheibe der Wissensagenden der Vereinten Nationen positioniert werden, deren mangelnder Wissensaustausch die Arbeit der Weltgemeinschaft derzeit enorm behindert.
  • Grundlegende Reformen in der Wissenspolitik bedürfen einer aktiven Beteiligung zahlreicher Stakeholder. So sind beispielsweise die Bildungs- und Hochschulreform nicht nur unter Beteiligung der Schulen und Universitäten möglich, sondern erfordern ein breites gesellschaftliches Verständnis, Engagement und Commitment zu Veränderungen. Schulen und Universitäten sind nicht allein stehende Institutionen, sondern bedürfen einer starken Vernetzung in alle Lebensbereiche hinein, auch in solche, die ihren Beitrag aber auch ihre eigenen Chancen in einer Kooperation noch nicht wahrnehmen. Ein auf Dauer angelegter, nachhaltiger Dialog – wie im Rahmen der Wissenspartnerschaft – ist hierbei eine wichtige Ergänzung zum tagespolitischen Disput bzw. zu fokussierten und zeitlich limitierten Dialogveranstaltungen.

Gründung der Wissenspartnerschaft und aktuelle Aktivitäten

Am 19. Juni 2009 wurde die Wissenspartnerschaft – nach Jahren der Vorbereitung und Mobilisierung – erfolgreich gegründet. Im Rahmen der Konferenz Agenda Wissen, der ersten Konferenz für Wissenspolitik an der TU Wien, präsentierte sich die Wissenspartnerschaft bereits mit einem beachtlichen ProponentInnenteam. Folgende Persönlichkeiten unterstützen die Wissenspartnerschaft seit ihrer Gründung:

Dr. Benita Ferrero-Waldner, EU-Kommissarin; Mag. Barbara Prammer, erste Nationalratspräsidentin; Fritz Neugebauer, zweiter Nationalratspräsident; Prof. Dr. Helmut Denk, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften; Prof. Dr. Jürgen Mittelstrass, Präsident des Österreichischen Wissenschaftsrates; Dr. Gabriele Zuna-Kratky, Direktorin des Technischen Museums, Forschungsrat; Dr. Johanna Rachinger, Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek; Hon.Prof. Dr. Lorenz Mikoletzky, Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs; Prof. Dr. Hubert Dürrstein, Geschäftsführer des Österreichischen Austauschdienstes; Prof. Dr. Manfried Welan, Präsident der UNESCO-Arbeitsgemeinschaft Wien; Prof. DI Günter Koch, Generalsekretär des New Club of Paris.

Die ersten operativen Schritte, wie der Aufbau einer Homepage, erfolgten über den Sommer und das erste Treffen der Wissenspartnerschaft fand im Oktober 2009 statt. Dort wurden bereits Themenforen gebildet an denen seitdem fokussiert gearbeitet wird. Die jeweiligen Gruppen vernetzen derzeit ihr Wissen und ihre Aktivitäten und entwickeln Ziele und Pläne für die Weiterentwicklung in den unterschiedlichen Themenbereichen. Das nächste Quartalstreffen findet bereits am 21.1.2010 statt, danach wieder am 15.4.2010. Die wechselnden Austragungsorte (bisher Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung und Universität für Angewandte Kunst) spiegeln dabei das Commitment zur Wissenspartnerschaft wider. Die wechselnden Gastgeber tragen durch einen Impulsvortrag immer auch zum Kennenlernen unterschiedlicher Positionen und Rahmenbedingungen bei.

Über das nächste halbe Jahr wird nun an diesen Themen gearbeitet, bis diese im Juni bei der nächsten Konferenz Agenda Wissen 2010 präsentiert und diskutiert werden. Die Zusammenstellung der Ergebnisse erfolgt in einer jährlichen Publikation „Agenda Wissen“.

Die Würdigung von persönlichen Leistungen um Wissen in der Gesellschaft drückt sich in der Verleihung des knowledge. management. awards aus, der jährlich im Rahmen der Konferenz vergeben wird. Im Jahr 2009 wurde dieser Preis an Frau Univ.-Prof. Dr. Ursula Hendrich-Schneider (†) verliehen, die in Österreich aber auch in internationalen Netzwerken als Pionierin für Wissensmanagement und Wissenspolitik gewirkt hat. Entwickelt vom österreichischen Künstler Helmut Margreiter steht der Award „Säule des Wissens“ (30cm Höhe) für den Dialog von tradiertem und innovativem Wissen. Im Großformat von stolzen 3,5 Metern Höhe ist dieses Meisterwerk an der Wirtschaftsuniversität Wien zu besichtigen.

 


Aufruf zur Mitwirkung

Die Wissenspartnerschaft ist eine starke Plattform, weil starke Persönlichkeiten daran teilnehmen. Wenn auch Sie sich für diesen Dialog interessieren, sind Sie jederzeit dazu eingeladen. Informieren Sie sich auf www.agendawissen.net über die nächsten Termine, die Inhalte der Themenforen und die aktuellen Aktivitäten. Das Organisationsteam von Knowledge Management Austria steht Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung:

Kontakt:
Knowledge Management Austria;
A-1180 Wien, Gersthofer Straße 162
Tel: +43.1.4702909; Fax: +43.1.4702909-34
www.agendawissen.net; www.km-a.net
E-mail: office@km-a.net